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November 14, 2011 / bjsinterception

Rezension: „Die Bradshaw-Variationen“

Die Bradshaw-Variationen

Danksagung:

Dieses Buch wurde mir als Leseexemplar im Rahmen einer Leserunde auf LovelyBooks zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich dafür beim Rowohlt Verlag und dem LovelyBooks-Team.

Ich weiß, dass es inzwischen wohl so wirkt, als würde ich hier nur Leseexemplare rezensieren. Das habe ich aber nicht vor. Momentan ist meine Zeit nur leider recht knapp und daher haben die Leseexemplare fürs Rezensionschreiben natürlich erst einmal Vorrang.

 

Meine Rezension:

Wie bereits dem Titel dieses Buches zu entnehmen ist, bietet „Die Bradshaw-Variationen“ von Rachel Cusk vielfältige Einblicke in das Familienleben der Bradshaws. Dies geschieht dadurch, dass die Leser verschiedene Familienmitglieder für die Zeitspanne eines Jahres aus deren Leben begleiten dürfen. Man erfährt Informationen bezüglich des biografischen Hintergrundes und der aktuellen Lage der jeweiligen Familienmitglieder und Rachel Cusk bietet darüber hinaus die Möglichkeit, sich in deren Gedanken- und Gefühlswelt zu bewegen und die Individuen besser kennenzulernen.

Das, was mir beim Lesen zuerst auffiel, war der gehobene Schreibstil der Autorin. Auch gelingt es ihr, alltägliche Eindrücke in den Vordergrund zu rücken und diese in gewisser, durchaus greifbarer Einfachheit zu schildern. Alles andere als simpel wirkt jedoch das sprachliche Geschick von Rachel Cusk. Ihre Worte erscheinen eindrucksvoll und erschaffen eine Atmosphäre, in die es sich leicht eintauchen lässt. Metaphern verwendet sie überaus gekonnt.

Die Besonderheit an diesem Buch lässt sich darin finden, dass es sich um eine Geschichte handelt, die abschnittsweise und aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Auf den ersten Blick folgt sie keiner starren Handlungsverlaufsbahn. Das große Ganze wird eben durch die – im Titel bereits angepriesenen – Variationen enthüllt.

Ich empfinde „Die Bradshaw-Variationen“ als gelungene Darstellung eines Komplexes, der sich Familie nennt. In dieser Darstellung wird auf die einzelnen Individuen innerhalb des Komplexes eingegangen und aufgezeigt, wie deren Lebensweisen, Entscheidungen, Gedanken und Gefühle den gesamten Komplex beeinflussen.

Am Anfang mag die Aufteilung in die einzelnen Variationen als gewöhnungsbedürftig erscheinen, doch meiner Meinung nach sollte man sich darauf einlassen. „Die Bradshaw-Variationen“ erfordern jedoch auch eine gewisse Aufmerksamkeit des Lesers. Bei diesem Buch handelt es sich in meinen Augen eher um ein kleines Kunstwerk, als um „einfache Unterhaltungslektüre“. Man sollte den Stil der Autorin wertschätzen können und bereit sein, sich auf neue Sichtweisen einzulassen, wenn man Freude am Buch finden möchte.

Unterstrichen wird die Besonderheit des Buches im Übrigen von der Weise, in der es vorliegt. Es handelt sich bei dem von mir rezensierten Exemplar um ein Hardcover, das  von einem Umschlag geziert wird, auf dessen Cover Kekse in zwar gleicher Form doch unterschiedlichen Zuständen abgebildet sind. Einige davon sind in einem vollkommenen, heilen Zustand, während andere in verschiedenen Stadien bereits zerfallen sind. Das Bild erinnert an die einzelnen Familienmitglieder und auch an den Stil der Autorin. Es ist in gewisser Weise schlicht, doch nicht simpel. Es zeigt Variationen – Gemeinsamkeiten und Unterschiede und die Vielfältigkeit des Lebens.

 

 

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